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Haus der Innovation: Gründungsexpertise unter einem Dach

von Gesine Westhäuser

Die Uni und Startpunkt57 haben sich zusammengeschlossen, um dem Gründer- und Unternehmergeist in der Region am Standort Sand-/Friedrichstraße in Siegen mit einem „Haus der Innovation“ neuen Raum zu geben.

„Wenn du es träumen kannst, kannst du es auch machen“ lautet ein Motivationsspruch von Walt Disney: „If you can dream it, you can do it!” Aber nicht jeder, der von einem eigenen Unternehmen träumt, weil er eine gute Geschäftsidee oder ein innovatives Produkt hat, weiß auch, wie das funktioniert: das Gründen. Manchmal fehlt der Mut, manchmal das Wissen, manchmal das Geld. Um Gründerinnen und Gründern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, haben sich in Siegen die wichtigsten Akteure und Initiativen im Gründerökosystem unter einem Dach zusammengefunden. Die Universität Siegen und Startpunkt57 haben mit dem neuen „Haus der Innovation“ am Standort Sandstraße 26 / Friedrichstraße 27 eine Anlaufstelle für alle aufgebaut, die gründen möchten, sich mit den Themen Gründung und Innovation beschäftigen oder an entsprechenden Veranstaltungen und Projekten interessiert sind.

Erfindung, Dienstleistung, Handwerk, Hightech

„Das Haus der Innovation soll sich zu einem Magneten in der Gründerszene entwickeln“, wünscht sich Burkhard Braach, Vorsitzender des Verwaltungsrates von Startpunkt57. „Wir bündeln hier die wichtigsten Themen: von der ersten Idee über die richtige Strategie bis zum eigenen Unternehmen.“ Diese Anlaufstelle präsentiert sich mitten in der Stadt und ist offen für alle Interessierten. Ob nach dem Studium oder kurz vor der Rente, ob Erfindung oder Dienstleistung, ob Handwerk oder Hightech: Wer über eine Gründung nachdenkt, dem stehen die Türen im Haus der Innovation offen.

Die räumliche Bündelung verschiedener Beratungsleistungen und eines breit gefächerten Veranstaltungsangebots an einem Ort schafft Transparenz und Orientierung für jeden Schritt im Gründungsprozess. Das Gründerbüro, das Fab Lab und das EXIST-Projekt "ventUS" der Universität Siegen sind ebenso im Haus der Innovation untergebracht wie das Zentrum für die Digitalisierung der Wirtschaft und das Team von Startpunkt57, bestehend aus VertreterInnen der Mitgliedseinrichtungen. Zusätzlich zu ihrem bisherigen Engagement in Startpunkt57 werden sich neben der Universität der Kreis Siegen-Wittgenstein, die IHK Siegen, die Volksbank in Südwestfalen eG sowie die Sparkasse Siegen über ihre Sparkassenstiftung „Zukunft“ mit Personal und Finanzmitteln beteiligen.

Als Gründungsstandort profilieren

„Das Haus der Innovation ist eine kreative Organisationsform, die Infrastrukturen bündelt und wo GründerInnen die Chance bekommen, das Potenzial ihrer Idee zu entwickeln“, sagt Ulf Richter, Kanzler der Universität Siegen. Hier kann sich zeigen, welche Dynamik entsteht, wenn kreative Köpfe aus der Universität mit der regionalen Wirtschaft noch intensiver zusammenwirken. „Neben Forschung und Lehre ist auch Transfer von Wissen eine Aufgabe der Universität, die wir hier umsetzen können.“ Know-how und viele Netzwerke sind ja bereits vorhanden – und daran sollten möglichst viele partizipieren, ergänzt Prof. Dr. Volker Wulf, Prorektor für Digitales und Regionales an der Universität Siegen. „Aber Start-ups müssen mit anderen Start-ups in Kontakt kommen. Start-ups müssen sich wiederum mit dem Mittelstand vernetzen und Zugang zu Technologiepartnern und Kapitalgebern erhalten.“ Genau da nimmt das Haus der Innovation eine Schlüsselrolle ein.

Und die Region kann sich im Wettbewerb der Gründungsstandorte profilieren, meint Klaus Gräbener, Hauptgeschäftsführer der IHK Siegen. „Wir haben in Sachen Gründungen Nachholbedarf.“ Deshalb ist es so wichtig, nach außen sichtbar zu sein und möglichst mit einer Adresse, die für Kompetenz und Kooperation steht, in Erscheinung zu treten. „Wir systematisieren hier den Prozess, den man allgemeinhin als 'an die Hand nehmen' bezeichnet“, betont Gräbener.

Über 40 Plätze für GründerInnen

Das umfasst im Haus der Innovation vier Bereiche. Es beginnt mit dem Scouting, also der Suche nach den kreativen Ideen und den Menschen dahinter. Diese finden sich zu einem großen Teil an der Universität, aber natürlich nicht nur da. „Wichtig ist uns auch der gewerbliche Bereich, also Neuentwicklungen aus der Praxis heraus“, betont Prof. Dr. Martin Hill, Honorarprofessor an der Universität Siegen und Gründungsexperte. „Man muss nicht Akademiker sein, um zu gründen.“ Wer sich mit seiner Gründungsidee erfolgreich beim Haus der Innovation beworben hat, bekommt einen Platz im Inkubatorprogramm. Inkubator nennt man Einrichtungen, die Gründern beim Start ins Geschäftsleben helfen. 12 bis 18 Monate haben die GründerInnen (meist sind es Teams von zwei bis drei Personen) Zeit, ihr Geschäftskonzept zu entwickeln. Nicht nur Räumlichkeiten (Büros und Co-Working-Space), sondern auch Coaching und ein Netzwerk von RatgeberInnen stehen den GründerInnen zur Verfügung. Über 40 Arbeitsplätze für GründerInnen wird es im Haus der Innovation langfristig geben.

Ziel: 50 Gründungen pro Jahr

Darauf folgt gegebenenfalls die Aufnahme in einen Akzelerator, also eine Einrichtung, in der das Geschäftsmodell wachsen kann. „Wer auf die Füße gekommen ist, muss dann die nächsten Schritte gehen“, erklärt Hill. Die GründerInnen können ihr Unternehmen in Zentren wie dem Summit im Siegener Leimbachtal oder dem Campus Buschhütten weiterentwickeln. Am Ende geht es um die Ansiedlung der Unternehmen. Hill: „Wir möchten natürlich, dass die erfolgreichen Gründer in der Region bleiben oder sogar von außerhalb zu uns kommen.“ 50 Gründungen pro Jahr hat man sich im Haus der Innovation als Ziel gesetzt. „Wenn es dann 20 Prozent am Markt schaffen, ist das gut“, sagt Hill. Aber das sind nur die reinen Zahlen. „Wenn wir zeigen, dass wir hier in der Region exzellente Voraussetzungen für kreative, mutige Menschen haben, dass wir hier besonders offen sind für Neues und flexibel im Denken von innovativen Netzwerken, dann kann sich ausgehend vom Haus der Innovation eine starke Gründungskultur entwickeln.“

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