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Finale Gründerwettbewerb JU DO!

8. Oktober 2021

Die zwölffache Menge pro Quadratmeter an landwirtschaftlichen Erzeugnissen in einem Sechstel der Zeit mit einer Wasser- und Platzersparnis von 99% kultivieren, und das ganz ohne Pestizide und nah beim Verbraucher – das leisten automatisierte Vertical Farms. Eine vielversprechende Idee, fand nicht nur die sechsköpfige Fachjury des diesjährigen JU DO!-Gründerwettbewerbs der Wirtschaftsjunioren Südwestfalen (WJSW), die dem im Dezember 2020 gegründeten Unternehmen „Innofarming“ den mit 5.000 EUR dotierten ersten Preis verlieh. Ebenso sah das die Publikumsjury, die das Gründerteam mit dem Publikumspreis auszeichnete: der goldenen Ananas.

Überzeugend die Geschäftsidee der drei „Innofarming“-Gründer: Wirtschaftswissenschaftler Timo Visestamkul, die aus Mauritius stammende M.Sc. International Engineering Management Charleen Ayelou und der in der Nähe von Athen geborene Biowissenschaftler Christos Iordanidis. Mit der leidenschaftlichen Präsentation in der Endrunde des Wettbewerbs im Freudenberger OX gewannen sie die Jurys für ihr Geschäftsmodell. Juror Dennis Conze, geschäftsführender Gesellschafter der CONZE Informatik GmbH, der selbst schon etliche Gründungen erfolgreich durchlaufen hat, urteilte: „Hohes Risiko und hohes Potenzial – wenn’s funktioniert, kann es riesig werden.“ Dabei traten die Gründer als starkes Team an: „international, mit sich ergänzenden Kompetenzen und ausgezeichneter Kommunikation“ waren Schlagworte der Fachjury.

Der zweite Platz samt 3.000 EUR Preisgeld ging an die beiden Gründerinnen Lilli Schäfer und Julia Schander von „Bowlilicious“. Die Angebote des im Oktober 2019 gegründeten „Siegener Genuss-Dienstleisters“ reichen von der Kochschule über Koch- und Picknickevents oder Caterings bis hin zur eigenen Eventlocation „Seven Hills“ in Weidenau. Für Jurorin Lea Hoberg, Inhaberin der Schokoladenmanufaktur Xocólea in Olpe und eine der Gewinnerinnen des JU DO!-Gründerwettbewerbs 2020, „ein regional orientiertes, überzeugendes Konzept mit klarem Fokus“. Jurorin Gesine Westhäuser, geschäftsführendes Vorstandsmitglied von Startpunkt57, hob den Netzwerkgedanken von „Bowlilicious“ besonders hervor: Bei jedem Auftrag werde ein anderes Start-up mit einbezogen.

Den mit 2.000 EUR dotierten dritten Preis konnten Anna Ehlgen und Steffen Runkel für die Geschäftsidee ihrer im Februar gegründeten gleichnamigen GbR entgegennehmen: Mit einer Kombination aus klassischem Kochbuch und Audio-Guide wollen sie unter dem Namen „Probier’s doch mal – Annas Kinderkochschule für Zuhause“ frischen Wind in die Küchen von Familien bringen. Das Engagement, mit dem die beiden Siegener alles für dieses Produkt selbst kreieren, begeisterte Publikum und Fachjury. Für Juror Kay Schlüter, Berater für Existenzgründung und Geschäftsführer der Junioren des Handwerks bei der HWK Südwestfalen, ist das Konzept von „Probier’s doch mal“ eine nicht nur „gute, sondern auch ausbaufähige Idee mit hervorragenden Marktchancen auf einem schwierigen Markt“.

Darüber hinaus waren im Finale die von Melanie Krawitz im Oktober 2020 gegründete „Krämerei am Markt – Olpe unverpackt!“, die im Januar gegründete Tobias Schmallenbach und Jannik Spindler GbR aus Kreuztal mit ihrem Solubelt-Fotogurt und die im Mai 2020 von Alisa Kriegesmann und Marina Stötzel in Kirchhundem gegründete bevandert GbR vertreten. „Dass sich der Gründergeist im Sieger- und Sauerland auch in der Pandemie behauptet hat und viele kluge Köpfe allen Widrigkeiten zum Trotz mit ihren Geschäftsideen in den Startlöchern stehen, freut uns und macht Mut“, betonte die Moderatorin des Abends, Dr. Christine Tretow (IHK Siegen). Und als Mutmacher solle der diesjährige Gründerwettbewerb der Wirtschaftsjunioren Südwestfalen eben auch fungieren.

Aus diesem Grund sei zusätzlich ein Corona-Sonderpreis ausgeschrieben worden, mit dem Betriebe ausgezeichnet werden, die mit besonderer Kreativität und individuellen Lösungen den Herausforderungen der Pandemie begegneten. Für diesen Preis konnten sich nicht nur Gründer, sondern alle gewerblichen Unternehmen aus den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe bewerben. Gestiftet wurde der mit einem Preisgeld von 2.500 EUR ausgestattete Corona-Sonderpreis von der IHK Siegen und den Arbeitgeberverbänden Siegen-Wittgenstein, für die Julia Förster an der Verleihung teilnahm. IHK-Präsident Felix G. Hensel, unter dessen Vorsitz eine gesonderte Jury den Gewinner ermittelt hatte, betonte, dass die Auswahl angesichts der Qualität der Bewerbungen besonders schwergefallen sei: „Uns war es wichtig, stellvertretend für alle Unternehmen einen Betrieb für das Engagement in der Pandemie auszuzeichnen.“ Glückliche Gewinnerin war am Ende Sandra Kahmer-Dach, Geschäftsführerin der Siegboot Hotel und Gastronomie GmbH & Co. KG, mit ihrem „Wohnmobil-Dinner“. Gefragt, wofür sie den Geldgewinn verwenden werde, antwortete sie: „Wir werden das Preisgeld eins zu eins an unsere Mitarbeitenden weitergeben. Denn in unserer Branche gibt es keine Spitzenverdiener; dann kommt Kurzarbeit dazu und die Trinkgelder fehlen. Ein kleiner Dank an unser Team, ohne das wir nicht da wieder hinkommen, wo wir vor der Pandemie waren.“

Glückliche Siegerteams, begeisterte Teilnehmende und inspirierte Gäste ließen den Abend mit vielen Gesprächen, musikalisch umrahmt vom Blechbläserquintett mit Percussion Blech5@, ausklingen. „So hat der in Kooperation mit der Gründerinitiative Startpunkt57, der IHK Siegen und der Volksbank in Südwestfalen eG veranstaltete JU DO!-Gründerwettbewerb 2021 der WJSW auch im Pandemiejahr einen Beitrag dazu leisten können, die heimische Gründerszene in ihrer großen Bandbreite an spannenden Themen und zukunftstauglichen Ideen sichtbar zu machen und zu vernetzen“, freut sich Ronny Stöcker, Past-Präsident der WJSW.

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