Sie befinden sich hier:

Startpunkt57 Ι Zukunftsradar Ι Blogdetail Zukunftsradar

Zukunftsradar Gründungslandschaft Siegen-Wittgenstein

Was sind die Trends der Zukunft? Wie sieht die Gründungslandschaft der Zukunft aus? Wo geht die Reise hin? Hier halten wir Sie mit aktuellen Beiträgen auf dem Laufenden.

Warum die Lean Methode nicht nur für Start-ups sinnvoll ist

Lean Startup ist eine Methode zur Entwicklung innovativer Geschäftsmodelle, von der auch etablierte Unternehmen profitieren. ✔️Build  ✔️Measure ✔️Learn

Geprägt wurde der Begriff des Lean Startup 2011 von Eric Ries mit dem gleichnamigen Buch. Es handelt sich um einen agilen Ansatz zur Entwicklung innovativer Geschäftsmodelle, bei dem vor allem Schnelligkeit sowie radikale Kundenzentriertheit im Mittelpunkt stehen. Vor allem bei Start-ups, die unter permanentem Budget- und Zeitdruck stehen, hat sich die Methode vielfach bewährt. Aber auch etablierte Unternehmen mit bestehenden Geschäftsmodellen können hiervon profitieren. Für sie geht es vor allem darum, Produkte schneller und mit geringerem Risiko auf den Markt zu bringen und immer in direktem Kontakt mit dem Kunden zu bleiben.

Build - Measure - Learn. Der Lean Startup Zyklus

Im Zentrum der Lean Startup Methode steht der Build - Measure - Learn Zyklus. Hierbei geht es vor allem um Schnelligkeit bei der Produktentwicklung und “learning by doing” statt monatelanger Vorausplanung. Diese Vorgehensweise verhindert ein lang entwickeltes und somit Ressourcen schluckendes Produkt mit vielen Funktionen, wovon am Ende jedoch vielleicht nur eine einzige von den Kunden wirklich genutzt wird. Deshalb ist es wichtig, iterativ, also schrittweise wiederholend, mit so viel Kundenfeedback wie möglich zu arbeiten.

✓     Build: Aus einer Idee ein Geschäftsmodell kreieren und Hypothesen aufstellen. Hilfreiche Tools: Business Model
Canvas oder Lean Canvas

✓     Measure: Hypothesen überprüfen, um einen sog. Proof of Concept zu erreichen. Hilfreiche Tools: Befragungen direkt mit potenziellen Kunden, Tests mit Prototypen bzw. einem Minimum Viable Product (MVP), also einer minimal funktionstüchtigen Version des Produktes mit so wenig Features wie möglich. Dies spart Zeit bei der Entwicklung und führt zu wertvollem Kundenfeedback

✓     Learn: Die gewonnenen Daten aus dem Feedback nutzen, um das Produkt weiterzuentwickeln. Bestehende und künftige Features werden direkt an Kundenwünsche angepasst.

✓     Iteration: Dieser Zyklus wird im Folgenden ständig wiederholt. So entsteht ein Produkt, welches schnell auf dem Markt ist und sich bestmöglich an den Kundenwünschen und -Bedarfen orientiert. 

 

Best Practices für etablierte Unternehmen

Natürlich ist es für die meisten großen Unternehmen mit einer etablierten Marke nicht möglich, auf einmal mit Prototypen und MVPs zu arbeiten und die (Bestands-)Kunden mit “nicht fertigen” Produkten zu irritieren oder im schlimmsten Fall zu enttäuschen. Einige Ansätze lassen sich jedoch auch im bestehenden Unternehmensumfeld umsetzen:

✓    Open Innovation Formate anbieten, um Ideen-Generierung durch Mitarbeiter zu fördern
✓    Für Ideen-Umsetzung interdisziplinäre Teams bilden und ihnen genug Freiraum geben (zeitlich und regulatorisch)
✓    Diese Projekt-Teams mit Tools wie Business Model Canvas arbeiten lassen
✓    Direkte Kundenbefragungen zu Ideen und möglichen Produkten durchführen statt Marktforschungen im hypothetischen Rahmen
✓    Prototyp oder MVP ggf. abgekoppelt von der Brand testen und/oder offen kommunizieren


Die Lean Startup Methode bietet ein Vorgehensmodell, um neue Produkte oder bestehende Geschäftsmodelle schnell, kundenfokussiert und ressourcenschonend zu testen und weiterzuentwickeln, um das Risiko eines Misserfolgs zu minimieren. Um die Methode zielführend in einem etablierten Unternehmen einzusetzen, bedarf es in den meisten Fällen jedoch auch einer Anpassung der Unternehmenskultur an ein Agiles Mindset - was anfangs jedoch auch unabhängig vom Daily Business mit kleinen Projektteams getestet werden kann. 

 

Über die Autorin

tl_files/startpunkt57/userdata/images/Zukunftsradar/Gattermann.jpg

Carolin Gattermann hat in verschiedenen Unternehmen und Agenturen das PR- und Marketing-Handwerk gelernt, bevor es sie in die Startup-Szene verschlug. Rund 5 Jahre war sie bei NRWs größtem Startup Inkubator und Accelerator STARTPLATZ für die Unternehmenskommunikation verantwortlich. Als Co-Founder & Geschäftsführerin der moversXshakers UG hilft sie, Startup Ökosysteme aufzubauen und organisiert unter anderem den Startup Grind sowie die Startup SAFARI Düsseldorf. Zudem wendet sie ihr Fachwissen nicht nur für die eigene Kommunikation an, sondern gibt sie als Startup-Coach unter dem Namen “Bekannt ohne Budget” an Entrepreneure und Studierende weiter.

 
     
     

 

Zurück